Intendant
Künstlerischer Leiter
Michael Nemeth wurde per 1. Jänner 2008 zum Intendanten und Geschäftsführer des seit 1815 bestehenden Musikvereins Graz ernannt. In den von ihm nunmehr 18 verantworteten Spielzeiten mit mehr als 1.100 Konzerten bei jährlich 35.000 Besuchern gelang eine deutliche Internationalisierung des österreichischen Traditionsveranstalters. Einen Überblick über die Geschichte des Musikvereins Graz ist hier nachzulesen. Durch die Erweiterung des Konzertangebots in neuen Formaten konnte die Betriebsleistung des Musikvereins seit Michael Nemeths erster Saison 2008/2009 um 35% bei einer Eigenwirtschaftlichkeit von 80% gesteigert werden. Während und nach der Pandemie sorgten professionelles Krisen- und Teammanagement, gezielte Werbemaßnahmen mit Streaming für Auslastungs- und Budgetstabilität. 60.000 Online-Zugriffe auf den wichtigsten Plattformen sowie 2.500 verkaufte Jugendtickets pro Saison bestätigen die zeitgemäße Umsetzung des Kulturauftrags, wie die Mediathek des Musikvereins deutlich veranschaulicht.
Debüts wichtiger Orchester, Dirigenten und Solisten
Wesentliche Konzertschwerpunkte – neben einer umfangreichen Repertoirevielfalt von der Alten Musik bis zur Musik unserer Zeit – bildeten die zyklische Aufführung aller Mahler- und Brucknersymphonien sowie die Etablierung von Festwochen mit Adam Fischer, der 3 Haydnfeste und ein Mozart-Festival gestaltete sowie alle Beethoven-Symphonien dirigieren wird. In Nemeths Intendanz spielten wichtige Orchester wie das City of Birmingham Symphony Orchestra, Royal Philharmonic Orchestra, Staatskapelle Dresden oder das Orchestra of the Age of Elightenment erstmals in Graz. Am Dirigentenpult debütierten u.v.a. Teodor Currentzis, Daniel Harding, Marek Janowski, Paavo Järvi, Fabio Luisi Joanna Mallwitz, Sir Neville Marriner, Zubin Mehta Christian Thielemann, Sir Roger Norrington, Emmanuel Tjeknavorian, Franz Welser-Möst oder Tugan Sokhiev. Als Solisten begeistern Rudolf Buchbinder, Xavier de Maistre, Igor Levit, Christina Pluhar, Grigory Sokolov, Daniil Trifonov, Lise de la Salle sowie Solisten aus den Reihen der Wiener Philharmoniker, u.v.a. Daniel Ottensamer in unterschiedlichen Formationen.
Internationale Sängerdebüts
Auch die Liste der Sängerinnen und Sänger, die im Musikverein in Debüt feierten, ist bedeutend. Zu nennen sind u.a. Agnes Baltsa, Diana Damrau, Placido Domingo, Juan Diego Florez, , Asmik Grigorian, Sir Simon Keenlyside, Anna Netrebko, Camilla Nylund, Leo Nucci, Ramon Vargas, Rolando Villazon oder Klaus Florian Vogt.
Der Musikverein als Opernbühne
Insgesamt 22 Opernproduktionen wurden von Michael Nemeth im Musikverein bis dato umgesetzt. In Kooperation mit der Wiener Staatsoper war Beethovens Fidelio (Adam Fischer) und Auszüge aus Wagners Ring des Nibelungen (Philippe Jordan) zu erleben. Ein szenischer Mozart-Zyklus in Kooperation mit der Sommerakademie der Wiener Philharmoniker umfasste 6 Produktionen, wobei Don Giovanni auch auf ORF III übertragen wurde. Auf einen dreiteiligen Rossini-Zyklus mit dem L’Orfeo Barockorchester folgten Werke von Donizetti, Lortzing, Humperdinck, Orfeo und Eurydike von Haydn (Adam Fischer) und Gluck (Cecilia Bartoli), Strauss‘ Die Fledermaus (Michael Kraus/ Emmanuel Tjeknavorian), Suppés Die schöne Galathée (Urfassung) sowie die gefeierte Verdi-Trilogie Nabucco (Placido Domingo), Attila (Erwin Schrott) und Giovanna d’Arco (Maria Agresta).
200 Jahre Musikverein
2015 feierte der Musikverein sein 200-jähriges Bestehen mit einer Reihe von Festkonzerten, Uraufführungen und bedeutenden Debüts. Den Höhepunkt bildete die Aufführung von Gustav Mahlers 8. Symphonie mit 500 Mitwirkenden vor 2500 Besuchern in der Grazer Stadthalle. Der Schwerpunkt der Jubiläumssaison lag auf der bedeutenden Tradition des Musikvereins und seinen Ehrenmitgliedern. Höhepunkte waren Kooperationen mit dem Wiener Musikverein, Konzerthaus (Great Talent) und Wiener Staatsoper (Fidelio unter Adam Fischer), das Debüt des Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam unter Mariss Jansons sowie Festkonzerte mit Philippe Jordan am Pult der Wiener Symphoniker und dem Concentus Musicus Wien unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt. Im Jubiläumsjahr kam es auch zu den ersten Konzerten für Menschenrechte. Im Dezember 2017 wurde die eigens von Michael Nemeth in Auftrag gegebene Symphonie für Menschenrechte von mehr als 200 Musikstudierenden der Kunstuniversität Graz zur Uraufführung gebracht. Weitere Menschenrechtskonzerte anlässlich 75 Jahre Frieden in Europa, 65 Jahre Staatsvertrag oder 20 Jahre Graz Stadt der Menschenrechte gaben u.a. Oksana Lyniv am Pult des Youth Symphony Orchestra of Ukraine, Daniel Barenboim, Hubert von Goisern oder das ORF RSO Wien unter Markus Poschner.
140 Jahre Stefaniensaal
In der Saison 2025/26 wurde das 140-jährige Bestehen des Stefaniensaals mit einem exquisiten Festprogramm gefeiert, das durch viele ORF (Live-)Übertragungen einer großen Zielgruppe zugänglich gemacht werden konnte. Höhepunkte waren das dritte Haydnfest mit Adam Fischer, Festkonzerte der Wiener Philharmoniker unter Franz Welser-Möst und Riccardo Muti sowie Galaabende mit Anna Netrebko, Juan Diego Florez, Asmik Grigorian, Rudolf Buchbinder, Jonas Kaufmann oder Piotr Beczala. Neue Schwerpunkte mit Hidden Harmonies zur Entdeckung unbekannter Komponistinnen, Führungen und interaktive Schulkonzerte rundeten das Festjahr ab.
Ehrenmitglieder
Durch die Ernennung wichtiger Musikgrößen zu Ehrenmitgliedern des Musikvereins, darunter Elina Garanca, Cecilia Bartoli, Nikolaus Harnoncourt, Riccardo Muti, Martin Grubinger, Adam Fischer oder Krzysztof Penderecki, gelang zusätzlich eine nachhaltige Anbindung des Grazer Konzertveranstalters an den internationalen Musikbetrieb. Erstmals in der Geschichte des Musikvereins wurden auf Anregung Michael Nemeths zwei Klangkörper mit der Ehrenmitgliedschaft bedacht: 2025 die Grazer Philharmoniker anlässlich ihres 75jährigen Bestehens und 2026 die Wiener Philharmoniker zum Jubiläum 80 Jahre Wiener Philharmoniker im Musikverein Graz.
Intendanz-Jubiläum Takte, Töne, Meisterwerke
Anlässlich des 15-jährigen Intendanz-Jubiläums erschien die Festschrift Takte Töne Meisterwerke – Eine unsentimentale Bestandsaufnahme. Zu den innovativsten Neuerungen, die von Michael Nemeth und seinem Team eingeführt wurden, zählen repräsentative Vorkonzerte junger Talente und Jazz-Lounges mit Studierenden der Kunstuniversität, After-Work-Kurzkonzerte, moderierte Generalproben der Grazer Philharmoniker, die Einführung von Übertitel-Projektionen bei allen Vokalkonzerten, multimediale Programmpräsentationen in Wien (Frühlingslounge bei Steinway Austria) und Graz sowie zahlreiche Streaming- und ORF III-Übertragungen. Einen Überblick gibt die Mediathek des Musikvereins Graz. Ab 2024 kam es zu nachhaltigen Jugend-Initiativen durch die Gründung des Youth Orchestra Alpe Adria und des Vokalwettbewerbes Young Voices Alpe Adria.
Ausblick
In den kommenden Spielzeiten wird sich der Musikverein noch weiter als erste Adresse für Internationalität, größte Repertoirevielfalt und Talentförderung öffnen. Als Glanzlicht des Beethoven-Jahrs ist im Oktober 2027 ein 4-tägiger Konzertmarathon mit allen 9 Symphonien unter der Leitung von Adam Fischer sowie ausgehend von Beethovens Neunter ein vokal-symphonischer Schwerpunkt Vom Dunkel zum Licht geplant.